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Interreligiöser Newsletter
Ausgabe 7 / September 2020
EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir starten in die Zeit nach dem Sommer mit einer neuen Ausgabe unseres Interreligiösen Newsletters. Sie finden vielfältige Informationen zu unterschiedlichen Organisationen, die sich im Interreligiösen Dialog engagieren, sowie Neues aus dem Bereich Schule und Religionsunterricht. Außerdem bieten wir Hinweise zu Veranstaltungen, Materialien und Links im Netz.

Die Corona-Pandemie hat uns noch im Griff und führt zu Unsicherheiten im täglichen Miteinander. Interreligiöser Dialog und Interreligiöses Lernen basieren aber gerade auf Begegnungen. Verstehen Sie unseren Newsletter als Zeichen dafür, miteinander in Kontakt zu bleiben und einander im Blick zu behalten.

Eine anregende Lektüre! 

Andreas Herrmann    &    Anke Kaloudis 

 



INHALT


Das ökumenische Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI)

Im Juni 2001 richteten die Kirchen in Jerusalem eine dringende Bitte um Unterstützung an die ökumenische Delegation, die Israel und die besetzten palästinensischen Gebiete besuchte. Diese Bitte wurde im August 2001 während der internationalen ökumenischen Konsultation in Genf wiederholt. Daraufhin empfahl der Exekutivausschuss des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) im September 2001, „ein Begleitprogramm auszuarbeiten, das eine internationale ökumenische Präsenz vorsieht“, sich auf die Erfahrungen der christlichen Friedens-Teams stützt und diese weiter ausbaut. Im Sommer 2002 begann die erste Gruppe von „Ökumenischen Begleiter*innen“ ihre Arbeit vor Ort. Freiwillige aus mittlerweile über 20 Ländern verbringen jeweils drei Monate in internationalen Teams in einem von sieben Einsatzorten. Das Programm wird von einem internationalen Team in Genf und Jerusalem koordiniert. Hier geht es zum ganzen Text: Klicken! Hier geht es zum Flyer: Klicken!



Frankfurter Islamforum e.V. (FIF)

Das Islamforum Frankfurt stellt sich vor: "Als Bürger und Bürgerinnen Frankfurts verstehen wir uns nicht nur als Teil der Stadt, sondern diese auch als Teil von uns. Das fühlen, denken und leben wir. Und genau deswegen fördern wir, die Mitglieder des Islamforums in Frankfurt, nicht nur den interreligiösen, sondern auch den Dialog auf allen Ebenen. Unser Ziel besteht darin, einen positiven Beitrag für die Frankfurter Gesellschaft zu leisten und dadurch ein harmonisches Miteinander zu fördern. Durch unsere ehrenamtlichen Aktivitäten helfen wir dort, wo Hilfe nötig ist und möchten gleichzeitig mithilfe von Aufklärung der Unwissenheit gegenüber dem Islam entgegenwirken. Das über die Jahre etablierte Bild über den Islam lässt nämlich zu wenig Raum für die Individualität der Religion und ihre Ästhetik. Und genau hier setzen wir an: Unser Verein ist unabhängig und frei von Gruppierungen, Ländern und politischen Richtungen. Wir lehnen jegliche Art von Extremismus, Radikalismus und Diskriminierung ab. Das Islamforum in Frankfurt und seine Mitglieder bekennen sich selbstredend zu den demokratischen Grundwerten. Die Leitlinien unseres Handelns sind Initiative, Kreativität und der respektvolle Umgang miteinander. Wir bieten eine Plattform des Austausches zwischen Nicht-Muslimen und Muslimen, in der wir unser gegenseitiges Verständnis fördern und das Gefühl des Miteinanders stärken können." Weitere Infos unter: Klicken!



Rat der Religionen Frankfurt

Der Rat der Religionen in Frankfurt ist ein interreligiöses Gremium, das für Dialog und Toleranz steht. Auf der Webseite steht: "2009 wurde der „Rat der Religionen Frankfurt“ gegründet mit dem Ziel, durch Dialog und Beratung das gegenseitige Verständnis und Zusammenleben zu verbessern. Bis heute gilt seine Zusammensetzung aus neun Religionsgemeinschaften, die eigenständig ihre ehrenamtlichen Delegierten benennen, als einzigartig.Vertreten sind christliche Gemeinden, die durch führende Kirchenvertreter repräsentiert werden, die jüdische Gemeinde, islamische, buddhistische und hinduistische Gemeinden, die Baha‘i und die Sikh-Religion sowie die Ahmadiyya und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen). Finanziert wird der Rat über Mitgliederbeiträge der vertretenen Gemeinden. Inzwischen ist der Rat der Religionen Frankfurt eine feste Größe. Er gilt als Institution des Vertrauens und hat Nachahmer in anderen Städten gefunden. 2012 wurde der Rat der Religionen mit dem Integrationspreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet." Weitere Infos unter: Klicken!



Islamunterricht Hessen

In einer Presseerklärung des Hessischen Kultusministeriums vom April 2020 heißt es: "Schon im laufenden Schuljahr 2019/2020 wird seitens der Schulverwaltung mit dem Schulversuch „Islamunterricht“ ein religiöses Unterrichtsangebot erprobt, das – anders als ein Religionsunterricht im Sinne des Grundgesetzes – nicht bekenntnisorientiert ist. Dieser Schulversuch, an dem rund 150 Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe sowie neun Lehrkräfte an sechs weiterführenden Schulen teilnehmen, ist in alleiniger staatlicher Verantwortung – ohne die Beteiligung von Religionsgemeinschaften – organisiert und bietet insbesondere muslimischen Schülerinnen und Schülern die Chance eines religiösen Bildungsangebots." Zur gesamten Pressererklärung geht es hier: Klicken!

Der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht mit Ahmadiyya Muslim Jamaat bleibt davon unberührt. Weitere Infos unter: Klicken!

Auf die Einführung des Islamunterrichtes gab es unterschiedliche Reaktionen. Auch das Hessische Forum für Religion und Gesellschaft (HFRG) hat sich dazu geäußert. Hier geht es zur Stellungnahme: Klicken!

 



relithek.de: Eine neue interreligiöse Plattform geht an den Start!

Im Mittelpunkt der neu konzipierten Homepage stehen Erklärfilme zu Gegenständen und Themen der Weltreligionen, die durch eine authentische Begegnung mit Gläubigen als ExpertInnen der jeweiligen Religion dem Grundsatz des Interreligiösen Lernens folgen: Man redet nicht übereinander, sondern miteinander. Die Filme sind für Lehrkräfte, SchülerInnen und Interessierte frei zugänglich und im Unterricht einsetzbar. Zu den jeweils in drei Kategorien (Glaube, Alltag und Gemeinschaft; Fest und Feier; Lehre und Schriften) untergliederten Filmen sind ausgearbeitete Ergänzungsmaterialien (Glossar für Sek 1 u. Grundschule, Trickfilm zur Anforderungssituation, Bibel-/Korantexte, Transkript, Lern- sowie Bildkarten) verfügbar. Fortbildungsveranstaltungen zur Webseite finden am 21. Oktober und am 17. November statt und können je nach Bedarf nochmals angeboten werden. Relithek.de ist ein gemeinsames Projekt des Religionspädagogischen Institutes der EKKW und EKHN (RPI) und der Professur für Religionspädagogik am Fachbereich für Evangelische Theologie in Frankfurt am Main und steht im Kontext des vom LOEWE-Programm des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst geförderten Forschungsschwerpunkts Religiöse Positionierung: Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten an der Goethe-Universität Frankfurt/Justus-Liebig-Universität Gießen.

Zur Webseite geht es hier: Klicken!



Veranstaltungen

15. September: Was Bibel und Koran erzählen, Online-Seminar: Anmeldung hier!

15. September: Menschenrechte in Islam und Christentum, Online-Seminar: Anmeldung hier!

19. September: Was Bibel und Koran erzählen, Online-Seminar: Anmeldung hier!

21. Oktober: Weltreligionen digital, Online-Seminar zur neuen Lernplatform relithek.de: Anmeldung hier!

23. Oktober: Online-Studientag "Zum Verhältnis des Christentums zum Islam": Informationen dazu hier!

17. November: Weltreligionen digital, Online-Seminar zur neuen Lernplatform relithek.de: Anmeldung hier!

Online-Seminarreihe: Konflikt- und Friedenspotenziale der großen Weltreligionen

6. November: Konflikt- und Friedenspotenziale der großen Weltreligionen (Beispiel Christentum), Online-Seminarreihe, Teil 1: Anmeldung hier!

13. November: Konflikt- und Friedenspotenziale der großen Weltreligionen (Beispiel Judentum), Online-Seminarreihe, Teil 2: Anmeldung hier!

20. November: Konflikt- und Friedenspotenziale der großen Weltreligionen (Beispiel Islam), Online-Seminarreihe, Teil 3: Anmeldung hier!

27. November: Konflikt- und Friedenspotenziale der großen Weltreligionen (Beispiel Buddhismus), Online-Seminarreihe, Teil 4: Anmeldung hier!

11. Dezember: Konflikt- und Friedenspotenziale der großen Weltreligionen (Wie sollen wir im RU reagieren?), Online-Seminarreihe Teil 5: Anmeldung hier!

Online-Seminarreihe: Feste interreligiös

9. November: Feste interreligiös - Weihnachten feiern mit Reinhard Horn, Online-Seminar: Anmeldung hier!

25. November: Feste interreligiös - Chanukka feiern; Online-Seminarreihe: Anmeldung hier!

Vorschau

Die 12. Religionspädagogischen Gespräche zwischen Juden, Christen und Muslimen finden vom 22. Februar bis zum 24. Febraur 2021 von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr digital statt. Nähere Auskünfte unter: anke.kaloudis@ekkw.de.

 

Die Anmeldung erfolgt für die Veranstaltungen unter: frankfurt@rpi-ekkw-ekhn.de oder unter der Telefonnummer 069-92105 6693, sofern keine anderen Angaben in der Ausschreibung der Veranstaltungen genannt sind.



Material und Büchertipps

Was Bibel und Koran erzählen: Endlich ist es da! Das neue Lesebuch für das Interreligiöse Lernen in Schule und Gemeinde. Wer mehr darüber wissen will, erfährt im Relpod Nr. 7 etwas: Klicken!

Rezensionen/Blog: Klicken! Unterrichtsmaterial: Klicken!

Religion unterrichten: "... ist ein kostenloses ökumenisches Online-Angebot für Religionslehrkräfte, die evangelischen und katholischen Religionsunterricht erteilen. Mit dem Konzept der Zeitschrift werden Herausforderungen, die durch konfessionelle, religiöse und weltanschauliche Pluralität in Lerngruppen bestehen, berücksichtigt." Das erste Heft der Reihe "Religion unterrichten" behandet das Thema Gott. Das Material ist für die Jahrgänge 5-11 konzipiert und steht zum kostenlosen Download zur Verfügung: Klicken!

Pfade der Menschlichkeit: "Dieser Materialband nutzt die reichen Traditionen der Weltreligionen, um ein Gespür für Menschlichkeit zu vermitteln. Geschichten und Bilder zum achtsamen Umgang miteinander werden mit unterschiedlichen Zugängen im Unterricht erlebbar gemacht. Zusätzliche Materialien helfen, die Botschaft der Geschichten zu vertiefen und über Menschlichkeit in Alltagssituationen nachzudenken. Ein großes Wimmelbild führt alles zusammen und lädt dazu ein, für sich selbst herauszufinden, was Menschlichkeit bedeutet." Klicken!

Glaubensüberlieferungen verstehen: "Die schulische Praxis des Religionsunterrichts diversifiziert sich zunehmend. Im deutschen Sprachraum existieren unzählige verschiedene Konzepte. Eine starke Tendenz ist, dass Religionsunterricht immer mehr religionskundlich und -historisch ausgerichtet ist. Das Potential, anhand religiöser Überlieferungen eigene religiöse, weltanschauliche, ethische und spirituelle Sprachfähigkeit zu entwickeln, bleibt dabei oftmals auf der Strecke. Auf Grundlage langjähriger Erfahrung in der akademischen Ausbildung angehender Religionslehrkräfte zeigt Kurt Schori, wie Religionen sich auf erfahrbare Lebenswirklichkeit beziehen, und wie diese Bezüge in den Texten der Religionen Ausdruck finden. Veranschaulicht werden die Überlegungen durch Beispieltexte aus der jüdischen, christlichen, muslimischen und buddhistischen Tradition. Dadurch wird ein Verfahren entwickelt, das einen verstehenden Zugang zu diesen Überlieferungen ermöglicht und sie neu diskutierbar macht." Klicken!



Internetlinks

Religionen der Welt: Das Sternsinger-Magazin 3/19 bietet anschauliches Material zu den Weltreligionen und einen Erklärfilm zum Weltethos. Klicken!

Heilige Orte der Weltreligionen: Erklärvideo bei Lexi TV/ MDR. Klicken!

Corona, Verschwörungsmythen und Antisemitismus: "Das Coronavirus macht Angst. Verschwörungstheorien bieten einfache Antworten. Und greifen nicht selten auf alte Feindbilder zurück." Informationen und Videos auf ZDF heuteKlicken!

Unsere Großmutter war im KZ: "Wie spricht man mit seinen Kindern über eine Jugend im KZ? Katharina Hardy hat diese Frage lange verdrängt. Sie war als Jugendliche in Bergen-Belsen. Erst viele Jahre später fand sie einen Weg, ihre Vergangenheit mit Tochter und Enkeln zu teilen." Ein Videofilm bei fluter. Klicken!



Denkanstoß

Die Rolle des Interreligiösen Dialogs für den sozialen Frieden (Khaled El Bakry, Islamforum Frankfurt)

Der Interreligiöse Dialog hat viele Facetten und findet auf mehreren Ebenen statt. Doch was bedeutet der Interreligiöse Dialog für den sozialen Frieden in unserem Land? Hat er eine friedensstiftende Funktion oder lässt sich keine Veränderung durch ihn im gesellschaftlichen Alttag erkennen? Zuallererst muss hierfür die Frage nach der Relevanz von Religion an sich in unserer Gesellschaft geklärt werden. Sind die Glieder dieser Gesellschaft so säkular, wie es der Staat ist oder findet man religiöses Leben, wenn man weit genug in die Gesellschaft eintaucht? Der zweite Teil dieser Frage muss hier ganz klar bejaht werden! Religiöses Leben findet auf so viele Weisen innerhalb der Gesellschaft statt und darf nicht verkannt werden, selbst wenn dieses nicht direkt ersichtlich ist. Dahingehend kann auch die eingangs gestellte Frage beantwortet werden. Der Interreligiöse Dialog hat eine ganz klare friedensstiftende Funktion. Darüber hinaus ist Ziel des Interreligiösen Dialogs für den sozialen Frieden nicht, Unterschiede zwischen den einzelnen Theologien auszuräumen und einen gemeinsamen Konsens zu schaffen, sondern vielmehr die Beschäftigung jeder einzelnen religiösen Gruppe mit ihrer Theologie, um einem sozialen Frieden näherzukommen.

Hier geht es zum ganzen Text: Klicken!



IMPRESSUM

Der "Interreligiöse Newsletter" ist eine gemeinsame Publikation des Zentrums Oekumene der EKHN und der EKKW und des Religionspädagogsichen Institutes (RPI) der EKKW und der EKHN.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts:

Anke Kaloudis
Religionspädagogisches Institut der EKKW und der EKHN
Regionalstelle Frankfurt
Rechneigrabenstraße 10, 60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069 92107-299
anke.kaloudis@rpi-ekkw-ekhn.de
www.rpi-ekkw-ekhn.de

Andreas Herrmann
Zentrum Oekumene der EKHN und der EKKW
Praunheimer Landstraße 206, 60488 Frankfurt am Main
Tel.: 069 976518-69
herrmann@zentrum-oekumene.de
www.zentrum-oekumene.de

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