|
|
|
|
|
|
|
|
|
EDITORIAL
Liebe Leser:innen, dass Martin Luther im ausgehenden Mittelalter "frömmer, heiliger, demütiger" werden wollte, belächeln wir vielleicht. Dass wir persönlich "höher, schneller, weiter" kommen wollen und alles "besser, größer, billiger" werden muss - belächeln wir das auch? Die Angst vor dem eigenen Ungenügen ist dieselbe wie im 16. Jahrhundert. Die digitale Technik bietet uns Millionen Wahlmöglichkeiten. So gerät jede Entscheidung, die ich treffe, unter Rechtfertigungsdruck. Die Reformation hat der Welt, hat uns neue Perspektiven eröffnet: Bildung für alle, nicht nur für eine Latein sprechende Elite. Lieder, die den Klang des Glaubens ins Herz geben. Die Bibel als Grundlage und Quelle als Kompass für das eigene Leben: Was würde Jesus dazu sagen? Getragen und ermutigt von der Liebe Gottes, in aller Freiheit Verantwortung zu übernehmen für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Und keine Angst zu haben vor der eigenen kleinen Kraft. Martin Luthers Entdeckung ist brandaktuell: Nicht ich selbst und nicht die Gesellschaft beurteilen Wert und Würde meiner Existenz, sondern Gott. Mit dem Blick auf Jesus Christus, die weltzugewandte Seite Gottes: eingeladen, der grundsätzlichen Gewissheit Vertrauen zu schenken, von Gott angenommen, geliebt, gerechtfertigt zu sein. Diese Rechtfertigung glaubend anzunehmen und für sich gelten zu lassen - in einer Zeit, in der jede:r immer (noch) alles selbst schaffen will und die Gesellschaft Schwäche und Verletzlichkeit stigmatisiert und ausgrenzt: Da bist Du halt selbst schuld. Diese Rechtfertigung aus Glauben gehört mitten hinein ins Leben, denn sie unterbricht die Spirale von Angst, Projektion, Anklage und Sündenbock-Denken. Reformation? Wie befreiend!
Mit herzlichen Grüßen Andreas Goetze, Sandra Abel, Judith Noa

|
|
|
|
|
|
|
|
| | |
|
|
|
|
|
INHALT
|
|
|

Beratung und Begegnung - Religiöse und kulturelle Sensibilisierung für die Schule
3. Modul: Vorstellung der Interkulturellen Beratungsstunde der IGS West in Frankfurt/ Donnerstag, 5.11., 15-17 Uhr
4. Modul: Besuch der Assadaka-Moschee in Raunheim/ Mittwoch 25.11.2026, 15-17 Uhr
In einer zunehmend vielfältigen Schullandschaft gewinnen interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen für Lehrkräfte immer mehr an Bedeutung. Die Fortbildungsreihe „Beratung und Begegnung“ bietet die Möglichkeit, die eigene professionelle Handlungssicherheit im Umgang mit religiöser und kultureller Diversität zu stärken.
Die Reihe umfasst acht aufeinander abgestimmte Module, die theoretische Impulse mit praxisnahen Erfahrungen verbinden. Die Anmeldung zu einzelnen Modulen ist möglich. Im Mittelpunkt stehen zwei zentrale Perspektiven: • Beratung: In den Veranstaltungen steht die Reflexion und Erweiterung der eigenen Beratungskompetenz im schulischen Kontext im Zentrum, insbesondere im Umgang mit religiös und kulturell geprägten Fragestellungen, Konflikten und sensiblen Situationen im Schulalltag. • Begegnung: Im Rahmen der Fortbildung sind Besuche von religiösen Orten mit Begegnungen mit verschiedenen religiösen Gemeinschaften vorgesehen (Bahai-Tempel, Moschee, alevitisches Kulturzentrum, Synagoge). Die Veranstaltungen werden zusätzlich von Angehörigen der jeweiligen Religionsgemeinschaften begleitet. Dies ermöglicht authentische Einblicke in unterschiedliche religiöse Lebenswelten, fördert den Dialog und trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen sowie Verständnis und Respekt zu vertiefen.
Anmeldung und weitere Informationen zu dieser kostenfreien Veranstaltung hier

Online im Trialog
In diesem Schuljahr mit neuen, lebensnahen Themen!
Judentum, Christentum und Islam gehören zu den monotheistischen Weltreligionen. Sie teilen gemeinsame Wurzeln und stehen in einem engen historischen und theologischen Zusammenhang, auch wenn sie sich in Glaubensüberzeugungen und gelebter Praxis unterscheiden.
In unserer Veranstaltungsreihe greifen wir zentrale Themen auf und beleuchten sie aus jüdischer, christlicher und islamischer Perspektive.
Anmeldung und weitere Informationen hier

Interreligiöser Empfang am 12. November 2026, 16.30 - 20.30 Uhr
Ein thematisch-kulinarisch-musikalischer Abend für interessierte Lehrkräfte
Viele Lehrkräfte beschäftigen sich in unterschiedlicher Weise mit Möglichkeiten des interreligiösen Lernens. Um neue Impulse und Gelegenheit zum Austausch zu erhalten, laden wir Sie zu einem »Interreligiösen Empfang« im rpi Frankfurt ein. Wir möchten gemeinsam mit Ihnen, Ariane Dihle, dem musikalischen Duo 'Selam und Shalom' sowie orientalischen Köstlichkeiten einen entspannten und inspirierenden Abend verbringen, der uns in unserem Tun stärkt und neue Perspektiven eröffnet.
Veranstaltungsort: RPI Frankfurt, Rechneigrabenstr. 10, 60311 Frankfurt
Infos und Anmeldung hier

Lernen im Dialog 2.0 - Religiöse Beiträge als Ressource für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen
2. Modul: Eine Obdachlosenspeisung im Bahnhofsviertel am Montag, 09. November, 14 - 18 Uhr
3. Modul: Flucht, Migration, Menschenrechte in Bibel und Koran, ErlebnisMuseum Bibelhaus am Mittwoch, 02. Dezember, 14-18 Uhr
Ob bei einer interreligiösen Lernreise auf dem Main, bei einer Obdachlosenspeisung im Bahnhofsviertel oder bei der Begegnung mit Religionsvertreter*innen aus dem Rat der Religionen: Die Fortbildungsreihe möchte die Potentiale des Dialogs mit anderen Religionen aufzeigen. Herzliche Einladung zu dieser kostenfreien Fortbildungsreihe!
Anmeldung unter: rpi Veranstaltungen - 260909-Ab-F Lernen im Dialog 2.0 - Religiöse Beiträge als Ressource für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen - 4-teilige Reihe

Interreligiöses Lernen mit den Weltreligionen-Koffern – Islam
Montag, 16. November 2026, 15 - 17 Uhr im rpi Frankfurt
Die Gegenstände aus den Weltreligionen-Koffern bieten einen gleichermaßen authentischen wie niedrigschwelligen Weg, um mit Schülerinnen und Schülern über religiöse Praxis anderer Religionen ins Gespräch zu kommen. Welche Bedeutung haben die Gegenstände und in welchen religiösen Kontexten werden sie verwendet? Was ist für uns zu beachten, wenn wir sie nutzen?
Darüber möchten wir uns mit Vertreterinnen der jeweiligen Religionen austauschen und gemeinsam erproben, wie interreligiöses Lernen mit Gegenständen der Weltreligionen-Koffern und anderen Materialien in Grundschule und Sek I gelingen kann. Die Termine der Reihe sind: Interreligiöses Lernen mit den Weltreligionen-Koffern – Islam, 16.11.2026 Interreligiöses Lernen mit den Weltreligionen-Koffern – Judentum, 11.02.27 Interreligiöses Lernen mit den Weltreligionen-Koffern – Buddhismus, 14.04.27
Veranstaltungsort: RPI Frankfurt, Rechneigrabenstr. 10, 60311 Frankfurt
Infos und Anmeldung hier

Interreligiöse Werkstattgespräche zu schwierigen Texten
Wenn religiöse Texte zur Abwertung anderer genutzt werden – und wie können wir dem gemeinsam begegnen
"Meet2respect" lädt im Rahmen des Projekts „Weißt du, wer ich bin?“ zu sechs interreligiösen Werkstattgesprächen ein. Gemeinsam möchten wir schwierige Passagen aus jüdischen, christlichen und muslimischen Quellen genauer betrachten, ihre historischen und theologischen Zusammenhänge erschließen und menschenfeindliche Auslegungen kritisch hinterfragen. Gerade angesichts verkürzter und polarisierender Darstellungen in sozialen Medien braucht es fundierte Einordnungen und einen offenen Austausch. Bringt eure Fragen, Erfahrungen und Perspektiven ein! Gemeinsam entwickeln wir Anregungen für die Praxis, die in eine interreligiöse Handreichung einfließen. Unsere Termine und vorläufigen Themenschwerpunkte: - 30.11.2026, 19 Uhr | online: Christliche Texte und antisemitische Auslegungen
- 14.12.2026, 19 Uhr | online: Muslimische Texte und juden- oder christenfeindliche Auslegungen
- 14.01.2027, 19 Uhr | online: Jüdische Quellen und der Umgang mit menschenfeindlichen Deutungen
- 18.02.2027, 18:30 Uhr | vor Ort: Jüdisch-muslimische Begegnungen in unseren Texten – mit gemeinsamem Fastenbrechen im Ramadan in der Deutschen Islam Akademie, Große Hamburger Straße 19a, Berlin
- 15.03.2027, 19 Uhr | online: Jüdisch-christliche Perspektiven
- 12.04.2027, 19 Uhr | online: Christlich-muslimische Perspektiven
Die Werkstattgespräche dauern in der Regel 60 Minuten, höchstens 90 Minuten. Die genaue Themenauswahl gestalten wir im weiteren Verlauf. Jeder Abend kann auch einzeln besucht werden. Wir freuen uns besonders über eine Teilnahme an der gesamten Reihe. Wir freuen uns auf Sie, auf euch. Salam. Shalom. Pace e bene. Rabbiner Elias Drey, Imam Ender Cetin, Pfarrer Dr. Andreas Goetze für das Team von "meet2respect"
Plakat zur Ansicht hier, Anmeldung über E-Mail: goetze@zentrum-oekumene.de Ein zoom-Link wird Ihnen/ Dir dann zugesandt.

Donnerstag, 03.12., 16.00 – 17.15 Uhr - online „Du gehörst doch dazu!“
Die Kraft der Religionen gegen Ausgrenzung: Jüdische, christliche und muslimische Perspektiven für ein wertschätzendes Miteinander
Immer wieder werden religiöse Texte und Traditionen benutzt, um Gewalt und Ausgrenzung zu legitimieren und andere abzuwerten. Wir gehen auf Spurensuche nach den spirituellen Schätzen unserer Traditionen , die zu einem Miteinander einladen und die uns motivieren können, füreinander einzustehen: Denn alles Leben ist Begegnung (Martin Buber)! Wir laden ein zu einem „Gespräch am Nachmittag“ Rabbiner Dr. Asher J. Mattern Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW Imam Ender Cetin
Meeting-ID: 653 4429 6342 Kenncode: 116514 Schnelleinwahl mobil: +496938079883
Eine Veranstaltung von "meet2respect"-Hessen: https://zentrum-oekumene.de/themen/themen-materialien/religionen-interreligioeser-dialog/meet2respect

Mehr als lesen und rezitieren - Koran und Bibel zwischen Spiritualität und kritischer Lektüre
Christlich-islamische Tagung mit Impulsen, Workshops und Kalligraphie-Performance
Vom 19.-20. Februar 2027 laden wir zu einer Tagung mit künslerischem Akzent ein: Wir haben einen Kallirgaphie-Künsler zu Gast - seine Kalligraphie-Performance, muslikalisch begelitet, wird ein ganz besonderes Erlebnis!
Unser Thema: Bibel und Koran sind wirkmächtige Bücher. Sie haben über Jahrhunderte Bild- und Denkwelten bestimmt. Wie können wir Bibel und Koran heute als spirituelle Schätze und Ressourcen wahrnehmen – und uns zugleich mit rassismuskritischen, postkolonialen und antisemitismuskritischen Perspektiven auf die Heiligen Schriften auseinandersetzen? Die Tagung sucht nach kontextuellen und lebensbezogenen Verstehensweisen und möchte Koran und Bibel als Klang- und Wahrnehmungsraum neu entdecken.
Mehr Details mit allen christlichen und muslimischen Mitwirkenden im Flyer und unter: https://akademie-hofgeismar.de/events/2027-02-20/

|
|
|
|
|
|
|
|
|
IMPRESSUM
|
|
|
|
Der "Interreligiöse Newsletter" ist eine gemeinsame Publikation des PZ Hessen, des Zentrums Oekumene der EKHN und der EKKW und des Religionspädagogischen Institutes (RPI) der EKKW und der EKHN.
Verantwortlich im Sinne des Presserechts:
Sandra Abel Religionspädagogisches Institut der EKKW und der EKHN Rechneigrabenstr. 10 - 60311 Frankfurt Telefon: 06421-9690-301 sandra.abel@rpi-ekkw-ekhn.de www.rpi-ekkw-ekhn.de
Andreas Goetze Zentrum Oekumene der EKHN und der EKKW Praunheimer Landstraße 206 60488 Frankfurt am Main Tel. +49 (0)69 976518-69 goetze@zentrum-oekumene.de www.zentrum-oekumene.de
Judith Noa Pädagogisches Zentrum der Bistümer im Lande Hessen Wilhelm-Kempf-Haus 65207 Wiesbaden-Naurod 06127 77 - 286 judith.noa@pz-hessen.de www.pz-hessen.de
© by RPI der EKKW und der EKHN 2022
Der Abdruck und die Weiterverbreitung in elektronischen Datennetzen, auf Speichermedien und in Datenbanken ist nur mit Genehmigung der Herausgeber erlaubt.

|
|
|
|
Datenschutz | vom Newsletter abmelden
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|