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Interreligiöser Newsletter
Ausgabe 34/ November - Dezember 2025
EDITORIAL

Liebe Leser:innen,
„Wo Gott liebt und geliebt wird, küssen sich Gerechtigkeit und Friede, geht es um die Wirklichkeit einer befreiten Welt“, so hat es die Theologin, Poetin und Friedensaktivistin Prof.in Dr. Dorothee Sölle formuliert. Im christlichen Glauben gehe es nicht um eine Sentimentalität und bloße Innerlichkeit: „Wir brauchen eine Verwundbarkeit des Herzens, wenn wir noch ahnen, dass jedes verhungernde Kind Christus ist und niemand anderes. Wenn wir eine innere Beziehung zu Christus haben, dann brauchen wir nicht eine Hornhaut, nicht eine Rüstung, sondern eine Verwundbarkeit, die in jedem Menschen Christus sieht (…) – gerade auch dem in Lumpen wie dem im glatten Nadelstreifenanzug, in dem sich Gott verbirgt. Die Liebe sieht ihn.“ So verstanden ist der Glaube, der aus der inneren Gottesbeziehung lebt, Widerstand gegen das Vorfindliche, Protest gegen die Zersplitterung des Lebens. Er beginnt mit dem Nicht-Zuhause-Sein in dieser Welt der Geschäfte und Gewalt im Vertrauen auf die Zusage Gottes, auch im Leiden den Menschen, die ganze Schöpfung nicht aufzugeben: Verbunden mit der Gottesliebe mag ich so widerständig sein, weil ich mich berühren lassen kann.

Die poetischen wie theologischen Texte dieser freundlichen und besonnenen Frau, die mit beeindruckender Klarheit davon sprach, was es heißt, in der Welt Christ:in zu sein, wiederzuentdecken, finden wir lohnend! Vielleicht schon mal über die Homepage: https://www.dorothee-soelle.de

Es grüßen Sie herzlich,
Andreas Goetze, Sandra Abel, Judith Noa

 





INHALT


Fortbildungsreihe "Religions- und Kultursensibilität in der Schule"

5. Feburar-10. Juni 2026/ rpi Frankfurt

Wo Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher bzw. religiöser Prägung zusammenkommen, entstehen naturgemäß Fragen, manchmal auch Missverständnisse und Gegensätze. Auch in der Schule ist das so. Manche Probleme sind real – andere eher „künstlich“ erzeugt. Manchmal ist es nicht einfach, hinter der Aufgeregtheit die eigentlichen Anliegen herauszuhören.

Die Fortbildungsreihe will Lehrkräfte befähigen, Schülerinnen und Schüler, Eltern, sowie Kolleginnen und Kollegen in religiös konnotierten Fragen des Zusammenlebens zu beraten. Es geht nicht darum, für jedes Thema sofort eine passende Lösung parat zu haben. Das Ziel ist vielmehr die Entwicklung der eigenen Sensibilität und einer empathischen Gesprächshaltung. Denn: Viele Probleme lassen sich dadurch bearbeiten, dass die Anliegen der Beteiligten ernst genommen werden. Wir werden in der Fortbildungsreihe zunächst systemische Methoden zur Konfliktbearbeitung kennenlernen um diese dann anhand von konkreter Fallarbeit praxisnah einzuüben. 

Herzliche Einladung! Zur Anmeldung hier klicken



Mittwoch, 12. November, 19.00 -20.00 Uhr (online) Wieviel Religion verträgt der (säkulare) Staat?

Zwischen Säkularismus, Konfessionslosigkeit und Religionsfreiheit

Religion erlebt weltweit eine Renaissance. Die säkularen Gesellschaften diskutieren aufgeregt, wie viele religiöse Symbole dem öffentlichen Raum zuzumuten sind. Eine kopftuchtragende Lehrerin? Ein Staatsanwalt mit Kippa? Eine Sozialarbeiterin mit Kreuzkette? Ein Sikh-Gläubiger mit Turban an der Kasse? In der Debatte wird der weltanschaulich-neutrale und sich säkular verstehende Staat öfter verwechselt mit einer säkularistischen, laizistischen Staatsvorstellung. Mit „Religion ist kein Staat zu machen“. Aber wie öffentlich darf Religion sein? Eine Klärung.

Impuls und Gesprächspartner: Dr. Andreas Goetze, Referent im Facxhbereich interreligiöser im Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW, Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. (Religionswissenschaften)

Anmeldung über das Evang. Forum Kassel unter: https://www.ev-forum.de/b/wieviel-religion-vertragt-der-sakulare-staat-zwischen-sakularismus-konfessionslosigkeit-und-religionsfreiheit-40187044?utm_medium=Widgets

Ihnen wird ein Link am Veranstaltungstag zugesandt.

Veranstalter: Evang. Forum Kassel in Kooperation mit dem Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW



Bibel und Koran – von Textwerdung und Schriftauslegungen - 26. November 2025, 14 - 18 Uhr

Interreligiöses Lernen im IRU/ISU, im christlichen Religionsunterricht sowie im Ethikunterricht

Wie heilig sind Bibel und Koran? Was wissen wir über die Entstehung beider Bücher? Wie verhalten sich Gotteswort und Menschenwort zueinander? Wie blicken Christen und Muslime auf die jeweils eigenen und die anderen Texte? Und was bedeutet das für einen differenzierten Umgang mit Texten aus dem Koran und der Bibel im Unterricht?

Bibel und Koran sind Fundamente des jüdisch-christlichen bzw. des islamischen Glaubens. Die Fortbildung bietet Gelegenheit für Lehrkräfte mit und ohne Islambezug und andere Interessierte, die Entwicklungsgeschichte der Bibel und die Textwerdung des Korans in den Blick zu nehmen und über die jeweiligen Schriftauslegungen ins Gespräch zu kommen. Exegetisches Arbeiten an Textpassagen aus beiden Perspektiven soll exemplarisch ausgeführt werden, um diesen Zugang auch als Möglichkeit für den Unterricht aufzuzeigen.

 

Veranstaltende: Sandra Abel, rpi Frankfurt, Dr. Insa Rohrschneider, Theologin/Pfarrerin EKKW, Dr. Konstantin Falahati, Hermann-Hesse-Schule Obertshausen

Veranstaltungsort: RPI Frankfurt, Rechneigrabenstr. 10, 60311 Frankfurt

Infos und Anmeldung hier



Freitag, 28. November, 19.30 Uhr (hybrid: vor Ort und online) Weihnachten im Heiligen Land – was für ein Fest?!

Hiam Abu Dayeh, eine christliche Palästinenserin, berichtet über die Situation in Bethlehem und der Westbank (Vortrag auf Deutsch)

Ort: Zentrum Oekumene, Praunheimer Landstr. 206, 60433 Frankfurt a.M.
Online über Zoom: https://zentrum-oekumene-de.zoom.us/j/61358985338?pwd=3ath3mxOocoGvnkY2qaMiu1BeXrVDz.1
Meeting-ID: 613 5898 5338
Kenncode: 908576
Schnelleinwahl mobil: +496950502596

Hiam Abu Dayeh ist in der Region Bethlehem geboren und aufgewachsen. Sie ist ehemalige Schülerin von Talitha Kumi, der hoch angesehenen UNESCO-Friedensschule und deutschen Auslands-Schule in Beit Jala. Sie ist eine ausgebildete Reiseleiterin und und hat schon viele Gruppen aus Deutschland durch ihre Heimatregion begleitet. Sie spricht ausgezeichnet Deutsch.
Im Schatten des Überfalls der Hamas auf Israel und dem darauffolgenden Gaza-Krieg hat sich die Lage zugespitzt: Keine Reisegruppen mehr, stattdessen Angst und Unterdrückung. Hiam Abu Dayeh hat sich davon aber nicht unterkriegen lassen. Sie engagiert sich in der Initiative „Abrahams Zelt“ der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Beit Jala und hofft, dass ein friedliches Miteinander der verschiedenen Religionen und Volksgruppen wieder möglich wird. Sie erzählt von den Schwierigkeiten, aber auch von ihrem Mut, ihrem Glauben, ihrer Hoffnung – trotz alledem.

Hier ein Link zu einem Interview zu ihrer Arbeit, die sie mit aufgebaut hat: https://www.jerusalemsverein.de/abrahams-zelt-in-beit-jala-ort-der-geborgenheit-fuer-kinder-in-schwierigen-zeiten/

Moderation: Dr. Andreas Goetze, Zentrum Oekumene

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Olivenholzschnitzereien (Weihnachtsartikel, Krippen u.a.) aus der Region in Bethlehem zu erwerben und damit die Menschen vor Ort zu unterstützen.

Veranstalter: Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW in Kooperation mit der Mennonitengemeinde Frankfurt und dem Jerusalemsverein.

Weitere Begegnungsmöglichkeiten in zwei Gottesdiensten am 1. Advent (Sonntag, 30. Nov.):
11.00 Uhr: Evang. Matthäuskirche, Friedrich-Ebert-Anlage 33, 60327 Frankfurt a.M. (INähe Hauptbahnhof)
18.00 Uhr: Evang. Kirche Cantate Domino, Ernst-Kahn-Straße in Frankfurt-Niederursel



Mittwoch, 10. Dezember, 19.00 - 20.00 Uhr (online) Weihnachten im Koran – Geburt unter der Palme

eine Spurensuche in Bibel und Koran, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigt

Zoom-Link: https://zentrum-oekumene-de.zoom.us/j/64548278625?pwd=ah3EhBdnJDMAz2InxaBAq8xxP3b3Ya.1
Meeting-ID: 645 4827 8625
Kenncode: 376223
Schnelleinwahl mobil: +496950500952

Jesus im Koran? Ja, vielfältig und wertschätzend wird von ihm erzählt. Er wird vorgestellt als „Sohn der Maria“, „Messias“, „Wort Gottes“, „Freund und Diener Gottes. Und über die Ankündigung der Geburt Jesu und seine Geburt wird ausführlich erzählt. Der Koran kennt Jesusgeschichten, die Christinnen und Christen nicht kennen. Sie stammen aus den neutestamentlichen Apokryphen. Das sind Erzählungen über die Kindheit und das Leben Jesu, die nicht den Weg ins Neue Testament gefunden haben. Eine spannende Spurensuche kann beginnen…

mit Dr. Andreas Goetze, Referent für den interreligiösen Dialog, Schwerpunkt Islam und Christ*innen im Mittleren Osten, im Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW, Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. (Religionswissenschaften)

Veranstalter: Zentrum Ökumene der EKHN und EKKW in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Limburg (KEB Diözesanbildungswerk) und dem Religionspädagogisches Institut der EKKW und EKHN



„meet2respect“ – jüdisch-muslimische Tandems besuchen Schulen für Respekt und Toleranz - ein kostenfreies Angebot für Schulen im Land Hessen

Wie können wir Hass und Diskriminierung entgegenwirken? Was fördert gegenseitiges Verständnis und ein friedliches Miteinander?

Im Rahmen des Projektes „meet2respect“ bieten wir interreligiöse Schulbesuche sowie interreligiöse Workshops und Lehrkräfte-Fortbildungen an, bei denen Menschen unterschiedlicher Religionen gemeinsam für Respekt und Toleranz eintreten.

Die Tandems (jüdisch-muslimisch) oder auch Tridems (jüdisch-muslimisch-christlich) sprechen sich dabei klar gegen die Diskriminierung, Ausgrenzung und Beleidigungen Andersgläubiger aus und gehen miteinander und mit den Schulklassen in einen konstruktiven Dialog.

Sie sind ein lebendiges Beispiel für ein freundschaftliches, respektvolles interreligiöses Miteinander und vermitteln Wissen und Erfahrung aus erster Hand über ihre Religionen, ihre Grundzüge und Praxis – jenseits von medialen Stereotypen und vermeintlichen Feindbildern.

Das Projekt wird gefördert durch das „Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen“, Partner sind das Zentrum-Oekumene der EKHN und EKKW und die Justus-Liebig-Universität Gießen.

Mehr Informationen und Kontakt: https://www.zentrum-oekumene.de/de/themen-materialien/religionen-interreligioeser-dialog/meet2respect 



Interreligiöses Lernen im BIMU: interaktiv – multimedial – interkulturell - ein kostenfreies Angebot für Schulen im Land Hessen

Geeignet für alle Schulformen und Jahrgänge, 100 Min.

Schülerinnen und Schüler erleben selbstentdeckend Grundlagen der drei Schriftreligionen Judentum, Christentum und Islam. Sie können einzelne Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennen. Ein Schwerpunkt liegt auf Jerusalem als Stadt dreier Weltreligionen. Eine begrenzte Anzahl an Workshops ist auf Anfrage kostenfrei im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen.

 

Weitere Informationen hier im Flyer!



Haltung zeigen! - Eine Online-Fortbildung für Lehrkräfte zur Demokratiebildung

Schule ist ein wichtiger Ort, an dem eine offene, vielfältige Gesellschaft ohne Diskriminierungen erlebbar werden kann und somit die Basis für mündige Bürger:innen von morgen geschaffen werden kann. Die kostenfreie Fortbildungsreihe des Pädagogischen Zentrums Hessen bietet hier in 90-minütigen Online-Modulen zu wichtigen Themen der politischen Bildung Impulse, wie Schule ihrer Aufgabe gerecht werden kann und möchte Lehrkräfte zu sensiblem Handeln befähigen und Impulse für den Unterricht geben. 

Modul 1: Warum Bildung Haltung braucht. Zur Unmöglichkeit von Neutralität in (politischen) Bildungsprozessen, Montag, 20.10.2025, 16:00 Uhr - 17:30 Uhr

Modul 2: Wie Social Media die Meinungsbildung von Schüler:innen beeinflusst, Mittwoch, 26.11.2025, 16:00 Uhr - 17:30 Uhr

Modul 3: Identität durch Abgrenzung und Feindschaft? Narrative des rechten und des religiös motivierten Extremismus, Montag, 02.02.2026, 16:00 Uhr - 17:30 Uhr

Modul 4: Umgang mit Antisemitismus an der Schule, Dienstag, 03.03.2026, 16:00 Uhr - 17:30 Uhr

Modul 5: Die Bedeutung der Erinnerung für die Demokratie. Konkrete Beispiele zu Erinnerungslernen und Zeitzeugenarbeit, Mittwoch, 29.04.2026, 16:00 Uhr - 17:30 Uhr

Modul 6: Umgang mit (antimuslimischem) Rassismus, Donnerstag, 28.05.2026, 16:00 Uhr - 17:30 Uhr

Anmeldung unter: https://www.pz-hessen.de/fortbildung/gesamtangebot/search-result?search=25-43-01



Spirituell-ökumenische Pilgerreise nach Jerusalem zur Gebetswoche für die Einheit der Christenheit im Januar 2026

Vom 24. Januar - 01. Februar unterwegs zu den Geschwistern im Glauben in der Ökumene Jerusalems, im Gespräch mit jüdischen und muslimischen Gesprächspartner:innen. Mehr Informationen unter LINK. Anmeldung unter LINK
oder bei Dr. Andreas Goetze, geotze@zentrum-oekumene.de
Die Akkreditierung als Bildungsurlaub ist beantragt.



IMPRESSUM

Impressum

Der "Interreligiöse Newsletter" ist eine gemeinsame Publikation des PZ Hessen, des Zentrums Oekumene der EKHN und der EKKW und des Religionspädagogischen Institutes (RPI) der EKKW und der EKHN.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts:

Sandra Abel
Religionspädagogisches Institut der EKKW und der EKHN
Rechneigrabenstr. 10 - 60311 Frankfurt
Telefon: 069-92105-6691
sandra.abel@rpi-ekkw-ekhn.de
www.rpi-ekkw-ekhn.de

Andreas Goetze
Zentrum Oekumene der EKHN und der EKKW
Praunheimer Landstraße 206
60488 Frankfurt am Main
Tel. +49 (0)69 976518-69
goetze@zentrum-oekumene.de
www.zentrum-oekumene.de

Judith Noa
Pädagogisches Zentrum der Bistümer im Lande Hessen
Wilhelm-Kempf-Haus
65207 Wiesbaden-Naurod
06127 77 - 286
judith.noa@pz-hessen.de  
www.pz-hessen.de 


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